Freitag, 12. Juni 2009

RegenSonntag

Es geschieht an einem verregneten Sonntag im Frühling. Noch im Bett liegend, hört man schon die Regentropfen gegen das Fenster prasseln. Und so zögert man den allmorgentlichen Moment so lange wie möglich hinaus. Aber wie sehr man sich auch im Bett von einer Seite auf die andere wälzt, irgendwann beginnt der Rücken zu schmerzen oder der Kopf tut weh. Dann werden die Gardinen doch zurückgezogen. Der Ausblick ist grausam im wahrsten Sinne des Wortes. Eine lückenlose graue Wolkenschicht, ohne Hoffnung auf Besserung.
Und dann vertreibt man sich zerknautscht wie der Himmel irgendwie den Vormittag. Nur der Duft des Mittagessens bewahrt davor, endgültig in den Abgrund tiefster Depression hinabzustürzen. Das Essen als letztes Rettungsanker! Und mit dem Ergebnis eines vollen Magens und keineswegs besser gelaunt, flieht man am Ende in das Mittagsschläfchen auf der Couch. Die Terrassentür ist offen, man hört das Prasseln der Tropfen auf die Fliesen, das einen allmählich einschlummern lässt ...

Ein Mittagsschläfchen
bei Frühlingsregen – Vögel
wecken mich zwitschernd


... irgendwann, erst ganz fern, dann immer realer dringt Vogelgezwitscher durch die Träume. Und schon bevor man die Augen öffnet, ist da dieses wohlige Gefühl. Licht zwängt sich durch die noch geschlossenen Augenlider. Und dann entdecken halbgeöffnete Augen durch eine löchrige Wolkendecke die Sonne. Und der Flecken blauer Himmel wächst immer weiter. Plötzlich versteht man, für einen Augenblick, sogar die Sprache der zwitschernden Vögel. Ein herrlicher Sonntag.

1 Kommentar:

grenzen - los wort - los hat gesagt…

Zitat Bernd: herrlicher Sonntag

und ich höre die Liebe
im Zwitschern der Vögel
höre die Süße der Worte
meine Sinne drängen
nun endlich ans Licht
ich werde wach und
träume ...

Ursa