Sonntag, 4. Dezember 2011

Sitze hier

Ich sitze Jahr und Tag
hier an diesem Strand und
mein Gefährte ist das Meer.

Er streichelt den weißen Sand
an ruhigen Tagen,

bei Blitz und Donner
braust er auf
und Orkane wandeln ihn
in einen jähzornigen Gesellen.

Ich sitze hier auf meinem Felsen,
und wenn der Vollmond sich
im stillen Wasser spiegelt,
dann höre ich ihn schluchzen.

Kommentare:

LadyArt hat gesagt…

...oh, er hat allen grund zu schluchzen... wie schön hast du sie eingefangen, die gedanken zur zeit und zur welt... bin begeistert, lieber bernd... sitze auch oft neben dir auf diesem felsen und blicke mit dir über das meer...

einen schönen sonntag
gabriele

Bernd Balder hat gesagt…

Ich danke dir, Gabriele. Ja, auf dem felsen ist jede Menge Platz ... ;-)

LG
Bernd

Rudi Pfaller hat gesagt…

Lieber Bernd,

ich schreibe hier eine dichtere Fassung nieder. Du kannst darüber nachdenken. Ich will dich nicht unter Druck setzen. Aber schon ganz kleine Kürzungen können viel bewirken. Solche Füllwörter wie "mal" mindern die Ausdruckskraft eines Textes. Das Wörtchen "mal" wirkt flapsig. Es taucht so oft in der Umgangssprache auf. In deinem Gedicht steht es drei mal. Seine Elimination wäre m.E. das Minimum an Verdichtung.

Ich habe in letzter Zeit Tranströmer gelesen und seine (Ver-)dichtung studiert.

Wo man Punkte setzt oder ob man überhaupt welche setzt, muss man gut überlegen. Wenn man eine neue Strophe in Großschreibung beginnt, würde ich davor einen Punkt setzen und am Schluss der Stropöhe auch einen. Die Alternative wäre ganz ohne Satzzeichen auszukommen und keinen Zeilenanfang in Großschreibung zu beginnen.

Herzlichen Gruß
Rudi

Ich sitze
an diesem Strand
mein Gefährte ist das Meer.

Er streichelt den weißen Sand
an ruhigen Tagen.

Bei Blitz und Donner
braust er auf
Orkane wandeln ihn
in einen jähzornigen Gesellen.

Ich sitze auf meinem Felsen
höre meinen Gefährten
von den Nöten der Welt
flüstern und schreien.

Ab und zu, wenn der Vollmond
sich im stillen Wasser spiegelt,
höre ich ihn schluchzen.

Bernd Balder hat gesagt…

Hallo Rudi,

ich freue mich sehr über deine Kritik und deinen Vorschlag. Du kannst sicher sein, dass ich darüber nachdenken werde.

LG
Bernd

Bernd Balder hat gesagt…

Lieber Rudi,

ich habe den Text nun noch einmal etwas überarbeitet und deine Anregungen durchaus einfließen lassen.

LG
Bernd

Rudi Pfaller hat gesagt…

Lieber Bernd,

jetzt kann man in deiner Bearbeitung sehen, was "Dichtung" bedeutet. Dein Text ist jetzt "dicht". Du weißt sicher auch, dass im haikuscope folgendes Zitat steht:

Ein Text ist nicht dann vollkommen,
wenn man nichts mehr hinzufügen,
sondern nichts mehr weglassen kann!
(Antoine de Saint-Exupéry)

Alle guten Wünsche
Rudi

Bernd Balder hat gesagt…

Lieber Rudi,

danke dir, vor allem für Kritik.

LG
Bernd